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Abwasserbeseitigung

Das Abwasserbeseitigungskonzept

Erste Überlegungen zur Neuordnung der Schmutzwasserentsorgung im Landkreis Gadebusch gab es bereits Ende 1990. In Zusammenarbeit mit dem seinerzeitigen Landkreis Gadebusch und dem Umweltministerium Mecklenburg-Vorpommern wurde festgestellt, dass lediglich die Radegast unterhalb von Rehna und die Stepenitz unterhalb von Mühlen Eichsen geeignet sind, größere Mengen gereinigten Schmutzwassers aufzunehmen.

Mit dieser Feststellung werden folgende Gewässer geschützt:

  • Radegasttal mit Neddersee und Burgsee zwischen Rehna und Gadebusch (Naturschutzgebiet)
  • Maurine (Naturschutzbereich unterhalb Schönberg)
  • Seen wie der Dümmer See, der Röggeliner See sowie das Seengebiet Schaalsee (Biosphärenreservat) mit Goldensee, Lankower See und Mechower See sowie der Ratzeburger See
  • Schilde und Radegast im Raum Lützow–Pokrent–Renzow wegen zu geringer Wasserführung
  • die gestaute Stepenitz zwischen Brüsewitz und Mühlen Eichsen.

Aus diesen Randbedingungen wurden die Standorte für die beiden Klärwerke Radegast bei Bülow und Mühlen Eichsen entwickelt. Weiterhin betreibt der Zweckverband Radegast das Klärwerk Brüsewitz zum Schutz der Stepenitz und die Kläranlagen Stöllnitz-Badow-Stöllnitz und Kneese, um so die Belastungen der Gewässer im Westen des Verbandsgebietes weiter zu reduzieren.

Röggeliner See

Mit Abschluss der Baumaßnahmen zur zentralen Schmutzwasserbeseitigung sind ca. 60% aller Orte der Mitgliedsgemeinden bzw. rd. 90% der Einwohner an zentralen Kläranlagen angeschlossen. Für die restlichen Grundstücke erfolgt die Schmutzwasserbeseitigung dauerhaft über grundstückseigene Kleinkläranlagen.

SBR-Becken im Zentralklärwerk RehnaDas Zentralklärwerk Radegast bei Bülow

Das größte Klärwerk des Verbandes befindet sich südwestlich von Rehna bei Bülow. Das Einzugsgebiet umfasst den Bereich des Amtes Rehna, die Stadt Gadebusch und die Gemeinden Lützow, Pokrent und Schildetal. Das Zentralklärwerk hat eine Reinigunsleistung von bis zu 19.400 Einwohnergleichwerte. Die Kläranlage wurde stufenweise in 4 Bauabschnitten ausgebaut, so dass das Zentralklärwerk bereits von Anbeginn an bis zu 100 % ausgelastet war und damit sehr wirtschaftlich betrieben wurde.

Wie erfolgt die Reinigung von häuslichem Schmutzwasser?
Im ersten Reinigungsschritt, der Vorreinigung, werden dem Schmutzwasser alle groben Feststoffe durch "Siebung" und Entsandung entzogen. Anschließend wird das Schmutzwasser in ein Absetzbecken geleitet. Hier setzt sich der so genannte Primär- oder Vorklärschlamm, ab, der bis zu 1/3 der Schmutzfracht enthalten kann.
Das Herz der Kläranlage ist die biologische Reinigungsstufe. Dort werden die gelösten, fäulnisfähigen Stoffe durch die Tätigkeit von Mikroorganismen abgebaut. Hierbei handelt es sich im Wesentlichen um organische Kohlenstoffverbindungen wie Kohlenhydrate, Eiweiße und Fette, die den Mikroorganismen als Nahrungsgrundlage dienen. Wenn genügend Sauerstoff im System vorhanden ist, zerlegen die Mikroorganismen die Kohlenstoffverbindungen unter Energiegewinn in Wasser und Kohlendioxid. Durch das große Nahrungsangebot gibt es einen permanenten Zuwachs an Bakterienmasse und anderen Kleinstlebewesen, der als Sekundär- oder Überschussschlamm der biologischen Stufe regelmäßig entzogen werden muss.
Der Zweckverband hat sich bei der Konzeption des Zentralklärwerkes Radegast für die damals in dieser Größenordnung neue SBR-Technologie entschieden (Sequenz-Batch-Reactor, übersetzt etwa sequentielles biologisches Reinigungsverfahren), die sich hervorragend bewährt hat. Bei diesem Verfahren wird das Schmutzwasser in den Reaktoren solange von Bakterien unter Sauerstoffzufuhr „bearbeitet“, bis das Schmutzwasser den gewünschten Reinigungsgrad aufweist. Dann werden Belüftung und Umwälzung abgeschaltet, die Biomasse (Belebtschlamm) setzt sich ab, der Klarwasserüberstand wird in die Vorflut abgeleitet und ein Teil des Belebtschlammes abgepumpt. Neben dem Abbau von organischen Kohlenstoffverbindungen werden dem Schmutzwasser in der Kläranlage auch Phosphor- und Stickstoff- Verbindungen (Amonium, Nitrate, Nitrite und Phosphate) entzogen.
Das gereinigte Schmutzwasser gelangt über Schönungsteiche in den Bürgermeistergraben und fließt von hier zur Radegast, unterhalb von Rehna.
Das Zentralklärwerk Bülow erreichte im Jahr 2011 die Reduzierung des Schadstoffeintrages um ca. 800 Tonnen organischer Stoffe, 65 Tonnen Stickstoff und 14 Tonnen Phosphor.

Faulturm im Zentralklärwerk BülowWo bleibt der auf der Kläranlage entstehende Schlamm?
Der Überschussschlamm wird zusammen mit den Schlämmen aus der Vorklärung in den Faulturm gefördert und hier auf etwa 37 °C aufgeheizt. Im Verlauf von 3 Wochen zersetzen sich die organischen Bestandteile des Schlammes. Während dieses Prozesses entstehen Faulgase wie z. B. Methan, die auf der Kläranlage zur Stromerzeugung und der Gewinnung von Heizenergie verwendet werden (etwa 400 m³ täglich). Nach dem Ausfaulvorgang wird der weitestgehend mineralisierte Schlamm in einem Dekanter (ähnlich einer Zentrifuge) entwässert. Nach Zugabe von Branntkalk wird das Endprodukt in der Landwirtschaft eingesetzt. Außerdem werden auch die Klärschlämme von allen anderen Kläranlagen des Zweckverbandes Radegast auf dem Zentralklärwerk behandelt.


Wie erfolgt die Fäkalschlammbehandlung auf dem Zentralklärwerk Radegast?
Als zweite wichtige Aufgabe werden die im Verbandsgebiet anfallenden Fäkalschlämme aus Hauskläranlagen und abflusslosen Sammelgruben gereinigt. Auch hier ist eine Siebung als erster Reinigungsschritt notwendig, um die Grobstoffe zu entfernen. Das Überstandswasser wird der biologischen Stufe der Kläranlage zugeführt. Die Schlämme werden im Faulturm zusammen mit den auf dem Klärwerk anfallenden Schlämmen ausgefault.

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